Deposita im Bestand des PS Wittenberg
Sammlung Theodor Mahlmann
Als Depositum der Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt in Halle verwahrt die RFB die Büchersammlung des evangelischen Theologen Theodor Mahlmann (1931-2011). Nach einem Studium der Evangelischen Theologie und Philosophie in Tübingen, Heidelberg und Münster promovierte Mahlmann 1960 zum Doktor der Theologie. Von 1971 bis zu seiner Emeritierung 1996 war er Professor für Systematische Theologie an der Philipps-Universität Marburg. Mahlmann publizierte zur Reformation und verfasste mehrere Artikel für das Biographisch-Bibliographische Kirchenlexikon (BBKL).
Die 2.791 Bücher umfassende Sammlung, die sich zu einem großen Teil aus theologischen Schriften des 16.-18. Jh. zusammensetzt, ist unter der Signatur TM im Online-Katalog recherchierbar.
Kirchenbibliothek Pratau
Seit 1996 verwahrt die Bibliothek des Evangelischen Predigerseminars die Kirchenbibliothek des Ev. Kirchengemeinde zu Pratau als Depositum. Sie umfasst 67 Alte Drucke (45 Titel), darunter Bibeln, theologische Schriften und Gesangbücher.
Kirchenbibliothek St. Johannis Wernigerode
Seit 1989 verwahrt die Bibliothek des Evangelischen Predigerseminars die Kirchenbibliothek von St. Johannis in Wernigerode als Depositum. Zuvor lagerte die Bibliothek gemeinsam mit den Buchbeständen der Kirchengemeinde Heringen/Helme im Katechetischen Oberseminar in Naumburg.
Die Sammlung umfasst 82 Alte Drucke, darunter theologische Schriften, Gesangbücher und Bibeln.
Kirchenbibliothek Heringen/Helme
Seit 1989 verwahrt die Bibliothek des Evangelischen Predigerseminars die Bibliothek der Kirchengemeinde Heringen/Helme als Depositum. Zuvor lagerte die Bibliothek gemeinsam mit der Kirchenbibliothek St. Johannis in Wernigerode im Katechetischen Oberseminar in Naumburg.
Die 1.270 Alte Drucke, v.a. Bibeln und theologische Schriften, umfassende Sammlung ist unter der Signatur Her im Online-Katalog recherchierbar.
Sammlungen im Bestand des PS Wittenberg
Sammlung Ilsenburg/Harz
Das Evangelische Stift Ilsenburg mit Sitz im Schloss Ilsenburg/Harz wurde von 1948 bis 1952 als Aus- und Weiterbildungsstätte für Pfarrerinnen und Pfarrer betrieben. Die Geschichte des Stifts reicht jedoch viel weiter zurück. Bereits 1911 wurde mit dem Diasporaseminar in Soest eine Ausbildungsstätte für Auslandspfarrer geschaffen. Im Laufe der Jahre wurde das Seminar mehrmals verlegt: 1920 nach Witten/Ruhr, 1924 nach Stettin/Kückenmühle und schließlich 1930 nach Ilsenburg, wo es 1936 geschlossen wurde.
1985 übernahm das Ev. Predigerseminar einen Großteil der Bibliothek des Ev. Stifts Ilsenburg, die sich bis dahin im Pastoralkolleg in Gnadau befand. Etwas über 5.500 Bände befinden sich heute in der RFB und sind unter der Signatur IL gesondert aufgestellt.
Die Sammlung setzt sich aus den gewachsenen Beständen des Ilsenburger Stifts sowie ihres Vorgängerseminars zusammen. Im Bestand finden sich zudem Bücher, die aus dem Ev. Predigerseminar in Frankfurt/Oder und der Berliner Theologische Gesellschaft übernommen wurden. Viele dieser Bücher stammen von Pfarrern, die im Umfeld der Predigerseminare gewirkt haben. Aufgrund von Provenienzmerkmalen (Stempel, Exlibris, Etiketten), die sich zumeist in den Büchern befinden, können viele Bücher ihren früheren Besitzern zugeordnet werden.
Sammlung Schöne
Dr. Carl Schöne (1781-1869) war 3. Diakon der Stadtkirche St. Marien und Professor des Prediger Seminars Wittenberg. Von 1824 bis zu seiner Emeritierung 1964 war er Propst und Superintendent in Schlieben/Brandenburg. 1863 schenkte Schöne seine Bibliothek dem Königlichen Predigerseminars zu Wittenberg. Die 328 Titel in 288 Bänden umfassende Sammlung zur Kirchengeschichte und Archäologie ist separat im Magazin der Bibliothek aufgestellt.
Sammlung Hagemann
Dr. Gottlieb Hermann Albert Hagemann (1816-1858) war von 1850 bis 1858 Diakon an der St. Nikolaikirche in Burg bei Magdeburg. Nach seinem Tod gelangte seine Bibliothek als Vermächtnis an das Königliche Predigerseminar zu Wittenberg. Die 80 Bände umfassende Sammlung theologisch-praktischen Inhalts ist geschlossen im Magazin der Bibliothek aufgestellt.
Sammlung Rogge
Joachim Rogge (1929-2000 Lu. Wittenberg) war ein evangelischer Theologe und Kirchenhistoriker, der zur Reformationsgeschichte forschte und publizierte. Nach seinem Theologiestudium in Berlin mit anschließender Promotion und Habilitation, lehrte er von 1959 bis 1977 als Dozent für Kirchen- und Dogmengeschichte am Sprachenkonvikt Berlin, deren Rektor er ab 1973 wiederholt war. Von 1972 bis 2000 war er Direktor der Evangelische Forschungsakademie in Ilsenburg/Harz, anschließend Oberkirchenrat und Mitglied der Kirchenkanzlei der Evangelischen Kirche der Union (EKU) und von 1985 bis 1994 Bischof des Kirchengebiets Görlitz. Außerdem war er Präsident der Evangelischen Hauptbibelgesellschaft und 1990 Ratsvorsitzender der EKU (Ost). Rogge nahm an Gesprächen und Verhandlungen zwischen der Kirchenleitung und der DDR-Führung teil. Zwischen 1985 und 1989 wurde Rogge als Inoffizieller Mitarbeiter (IM) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) geführt.
2002 gelangte seine Privatbibliothek als Stiftung der Witwe Helga Rogge in die Bibliothek des Ev. Predigerseminars. Die Bücher, darunter auch einige Alte Drucke aus dem 18. und Anfang des 19. Jh., sind in den laufenden Bestand unter der Signatur 2002 eingegliedert. Thematische Schwerpunkte bilden die Reformationsgeschichtliche Forschung in der ehemaligen DDR und die Kirchenpolitik der EKU.
Sammlung Senf
2003 kaufte das Ev. Predigerseminar den Nachlass des Wittenberger Buchbinders, Verlegers sowie Einband- und Heimatforschers Heinrich Adalbert Max Senf (1863-1926) an. Max Senf, in Salzwedel geboren, kam Anfang der 1880er Jahre nach Wittenberg. Nach bestandener Meisterprüfung 1988 und Aufnahme in die Wittenberger Buchbinder-Innung eröffnete er 1896 die Firma Senf. In der Jüdenstr. 5 in der Wittenberger Altstadt betrieb er eine Buchbinderwerkstatt mit angeschlossenem Verlag und Verkaufslanden für Papier- und Tapetenwaren. Senf beschäftigte sich zeit seines Lebens intensiv mit der Wittenberger Stadtgeschichte und Lutherforschung und engagierte sich in städtischen Vereinen. 1924 übernahm sein Sohn Otto Max Senf (1890-1963) die die Firma. Nach dessen Tod betrieben Senfs Töchter Gertrud Elisabeth Ursula Paasche (1923-2016) und Ingeburg Brigitte Senf (1938-2008) Buchbinderei und Buchhandlung bis zur Schließung 1990 weiter. Das Predigerseminar und die Lutherhalle kauften regelmäßige bei der Buchhandlung Senf ein.
Der Nachlass umfasst eine Bibliothek, Graphik, Handschriften, eine Portrait-Sammlung und Fotografien. Die über die Zeit gewachsene Bibliothek setzt sich in erster Linie aus Alten Drucken des 15. bis 19 Jh. zusammen. Vereinzelt findet sich auch neuere Literatur (nach 1945) bzw. Warenbestand. Die Bücher aus der Privatbibliothek Max Senf sind mit seinem Exlibris versehen und in einigen Fällen zusätzlich durch einen Stempel gekennzeichnet. Neben der theologischen Literatur zählen zu den Besonderheiten der Sammlung u.a. die Bestände zur Stadtgeschichte Wittenbergs (Chroniken, Zeitungen, Buchbinder-Innung) und Wappenkunde sowie die Auszüge und Abschriften aus den Akten des Wittenberger Ratsarchivs, der Kirchengemeinde und der Universität.
Ein Teil des Buchbestand ist unter den Signaturen MSF, MSM, MSA, MSU, MSR, MSS, MSW, MSL im Online-Katalog recherchierbar.
Weiterführende Literatur: Bethge, Katharina: Max Senf. Sein Leben und Wirken für die Buchbinderei und die Geschichte Wittenbergs und Umgebung, in: Einband-Forschung, Bd. 48, 2021, 33-40. Zu finden unter der Signatur LG 8517/48.
Sammlung Clemen
Otto Clemen (1871-1946) war ein evangelisch-lutherischer Theologe, Pädagoge und Professor für Kirchengeschichte. Er forschte zu biographischen Aspekten der Reformationsgeschichte sowie zum Buch- und Druckgeschichte, war Autor von Rezensionen (u.a. (Deutsche Literaturzeitung) und publizierte zahlreiche Studien zu Martin Luther und der Reformation.
Sein Studium der Theologie und Geschichte in Tübingen, Berlin und Leipzig schloss Clemen 1896 mit einer Promotion ab und lehrte anschließend am Gymnasium in Zwickau. Von 1923 bis 1939 war er Leiter der Ratsschulbibliothek Zwickau und ab 1928 ordentlicher Honorarprofessor für Kirchengeschichte an der Universität Leipzig. Für seine reformationshistorische Forschungsarbeit verlieh ihm die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg die Ehrendoktorwürde im Bereich der Evangelischen Theologie. Seine Brüder waren der Kunsthistoriker Paul Clemen (1866-1947) und der Religionshistoriker Carl Clemen (1865-1940).
1975 konnte das Ev. Predigerseminar einen Teil der Forschungsbibliothek Clemen (sog. Clementinen), vornehmlich Reformationsliteratur, von der Bibliothek des Bundes der Ev. Kirchen in der DDR (BEK) erwerben. Die Sammlung setzt sich aus mehreren hundert Büchern und Zeitschriften sowie 25 Kapseln, die Aufsätze, Zeitschriften und Zeitungsausschnitte enthalten, zusammen. In vielen Büchern finden sich Randbemerkungen von Clemen sowie von ihm eingelegte Rezensionen, was die Clementinen besonders interessant für die Forschung macht. Die Sammlung ist unter der Signatur Cl gesondert aufgestellt.
Sammlung Trillhaas
Wolfgang Trillhaas (1903-1995) ein evangelischer Theologe, Professor für Praktische und Systematische Theologie in Erlangen und Göttingen und Verfasser von Standardwerken zur ev. Theologie.
Von 1922 bis 1926 studierte er Philosophie und Theologie in München, Erlangen und Göttingen und arbeitete anschließend als Stadtvikar in Regensburg. Anfang der 1930er Jahre folgten Promotionen in Philosophie und Theologie sowie 1933 die Habilitation in Praktischer Theologie. Ab 1935 war Trillhaas Stadtpfarrer in Erlangen und engagierte sich in der Bekennenden Kirche. Nach dem Krieg wurde er als Professor für Praktische Theologie nach Erlangen berufen. 1946 wechselte er nach Göttingen, wo er bis zu seiner Emeritierung 1972 Systematische Theologie lehrte. Als Verfasser von Lehrbüchern zur Ev. Predigtlehre, wissenschaftlicher Aufsätze und Rezensionen sowie als Mitherausgeber von Sammelbänden und Zeitschriften (z.B. Ev. Kommission) prägte Trillhaas die theologische Forschung.
1996 fand Trillhaas Bibliothek als Stiftung Eingang in den Bibliotheksbestand des Ev. Predigerseminars. Die Sammlung umfasst mit ca. 1.500 Büchern zumeist neuere Literatur, v.a. aus dem 20. Jh., eine größere Anzahl älterer Drucke aus der 2. Hälfte des 19. Jh. sowie Zeitungsausschnitte, Rezensionen und Sonderdrucke. In ihr finden sich außerdem Bücher des Vaters Friedrich Trillhaas (1870-1954, ev. Pfarrer) und des Schwiegervaters Otto Michaelis (1875-1949, ev. Pfarrer). Der Bestand ist unter der Signatur Tr im Online-Katalog recherchierbar.
Sammlung EKU & PS Brandenburg
Seit 2005 ist das Ev. Predigerseminar im Besitz reformationshistorischer und theologischer Schriften aus dem ehemaligen Bestand der Evangelischen Kirchen der Union Berlin (EKU). Übernommen wurden u.a. 1.700 reformatorische Flugschriften, über 1.600 Bände aus dem Altbestand und ca. 2.000 Bücher zur Geschichte der UEK-EKU sowie praktisch-theologische Literatur aus dem Bestand der Kirchenkanzlei der Union Evangelischer Kirchen in der Evangelischen Kirche in Deutschland (UEK). Zudem befinden sich im Besitz des Predigerseminars 36 Alte Drucke aus dem Evangelischen Predigerseminar Brandenburg, das 1963 Teil der EKU und 2005 aufgelöst wurde.