Forschungen zum Augsburger Bekenntnis in Wittenberg

Forschungen zum Augsburger Bekenntnis in Wittenberg


Dr. Andreas Stegmann, Privatdozent für Kirchengeschichte an der Humboldt-Universität Berlin, forscht an der RFB gegenwärtig über die Confessio Augustana, einem der grundlegenden Bekenntnistexte der Reformation. Unterstützt werden seine Quellenstudien durch ein Stipendium der Evangelischen Wittenbergstiftung.

Lange Zeit war nicht der 31. Oktober, sondern der 25. Juni Gedenktag der Reformation: der Tag, an dem 1530 in Augsburg die Protestanten Kaiser Karl V. ihr Bekenntnis übergaben. Das Augsburgische Bekenntnis (Confessio Augustana) ist einer der Programmtexte der Reformation und bis heute bedeutsam für evangelische Kirchen in aller Welt. Auch die Wissenschaft interessiert sich für diesen wichtigen Text, und immer noch gibt es offene Fragen. So ist die Entwicklung des Bekenntnistextes, die Geschichte seiner Veränderungen, Überarbeitungen und Ausgaben über nun fast 500 Jahre hinweg, wissenschaftlich noch nicht umfassend aufgearbeitet. Der Berliner Kirchenhistoriker Andreas Stegmann forscht dazu in den Beständen der Reformationsgeschichtlichen Forschungsbibliothek Wittenberg. Die hier verfügbaren gedruckten und handschriftlichen Quellen des 16. bis 18. Jahrhunderts zeigen, wie das Augsburgische Bekenntnis überliefert und verstanden wurde. Besonderes Interesse gilt dabei den Quellen aus dem Zusammenhang des akademischen Lehrbetriebs der Wittenberger Universität. Vor allem an der Theologischen Fakultät der Leucorea spielte das Augsburgische Bekenntnis eine große Rolle.