Nach dem Tod des damaligen Kurfürsten von Sachsen Friedrichs des Weisen vor 500 Jahren hielt Martin Luther persönlich an dessen Grab eine Predigt, in der er nicht nur den Hinterbliebenen Trost und reformatorische Erbauung vermitteln, sondern zugleich dem Tod des Fürsten einen Sinn beimessen und das Lob Gottes verkünden wollte. Eine solche Leichenpredigt war nicht neu, aber zum ersten Mal wurde deren Text gedruckt, dadurch vervielfältigt und dauerhaft überliefert. Damit schuf der Reformator eine vollkommen neue Tradition von Schriftlichkeit, die sich von nun an bis weit ins 18. Jahrhundert hinein weiterentwickeln sollte.
Diese Entwicklung wird die Ausstellung unter dem Titel: „Im Ende war das Wort. Schriftzeugnisse des vormodernen Totengedenkens“ in den Blick nehmen, die von Annika Sieber M.A. (MLU Halle-Wittenberg) kuratiert wird.
Wir laden Sie sehr herzlich zur Eröffnung der Ausstellung am 20. November 2025 um 17 Uhr in die Reformationsgeschichtliche Forschungsbibliothek ein.
Wir bitten um Anmeldung bis zum 10. November 2025 unter sekretariat@rfb-wittenberg.de.